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Abteilung für Soziologie und Anthropologie an der Universität Tel Aviv

Die Universität Tel Aviv besteht aus neun Fakultäten, 106 Abteilungen und 90 Forschungsinstituten. Ihre Wurzeln reichen in das Jahr 1956 zurück, als sich drei Bildungseinrichtungen – die Tel Aviver Schule für Recht und Ökonomie, ein naturwissenschaftliches Institut und ein Institut für jüdische Studien – zusammenschlossen, um den Nukleus der Universität Tel Aviv zu gründen.
Die Abteilung für Soziologie und Anthropologie, eine der führenden soziologischen Einrichtungen in Israel, ist ein wichtiges Lehr- und Forschungszentrum zur israelischen Gesellschaft. Gegenwärtig besteht die Abteilung aus 30 Mitarbeitern, 40 Doktoranden, 200 M.A.- und 750 B.A.-Studierenden. Zum Bildungsangebot gehört auch die Betreuung von  Post-Doktoranden.
Website: http://spirit.tau.ac.il/socAnt

„Ethnische Klüfte, soziale Ungleichheiten und öffentliche Partizipation in israelischen Friedensorganisationen“ ist ein von Dr. Nissim Mizrachi, Dozent in der Abteilung für Soziologie und Anthropologie, geleitetes und von der Rosa-Luxemburg-Stiftung gefördertes Forschungsprojekt. Es stellt den ersten systematischen Versuch dar, sich mit dem offensichtlichen, bisher kaum erforschten Widerspruch auseinanderzusetzen, der sich aus linker Ideologie und der sozialen Lage von Personen, die diese zu repräsentieren suchen, ergibt. Die Aufdeckung der Ursachen für dieses Phänomen, das sowohl der Entwicklung einer starken Friedensbewegung als auch einer fundamentalen Veränderung der politischen Kultur in Israel entgegenwirkt, ist nicht nur von akademischem, sondern gleichermaßen von öffentlichem Interesse.
Die Studie erforscht das geistige Profil und die kulturell geprägten Ansichten von drei Gruppen der israelischen Gesellschaft, der Misrachim (aus arabischen bzw. islamischen Ländern stammende Juden), der Aschkenasim (Juden aus Europa, Nord-Amerika, Südafrika u. a.) und der palästinensisch-arabischen Bürger Israels. Das Projekt verfolgt zwei Zielstellungen:

   1.  Die Erweiterung der soziologischen Perspektive durch einen „bottom up“ Vergleich der Positionen zu Frieden und sozialer Ungleichheit innerhalb der orientalisch-jüdischen sowie der arabisch-israelischen Arbeiterschaft;
   2. Die Präsentation eines auf gesichertem theoretischen Fundament stehenden Interventionsmodells für einen neuen Dialog zwischen Palästinensern und orientalischen Juden. Ein derartiges Programm ist essentiell, um der Stagnation im israelisch-palästinensischen Dialog zu begegnen.

Nahmani Str. 26,Tel Aviv - Yafo, Israel | Tel: +972-3-62 28 290 | Fax: +972-3-68 55 632 | Email: office@rosalux.co.il | Credits