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Die RLS in Israel
Die Tätigkeit der Rosa-Luxemburg-Stiftung im Nahen und Mittleren Osten geht davon aus, dass die spannungsgeladene Region von kardinaler Bedeutung für den internationalen Frieden und die weltweite Sicherheit ist. Zugleich ist sie sich der Spezifik deutsch-israelischer Beziehungen bewusst. Sie unterhält seit Oktober 2008 ein Büro in Ramallah und seit März 2009 ein Office in Tel Aviv.
Im Mittelpunkt der RLS-Aktivitäten in der Region des Nahen und Mittleren Ostens stehen folgende thematische Orientierungslinien:
- Konfliktprävention und friedliche Strategien zur Lösung regionaler und innergesellschaftlicher Konflikte aus linker Sicht;
- Demokratische Partizipation, politische und religiöse Toleranz, Menschenrechte;
- Rechte von Minderheiten, Migration, interethnische Probleme;
- Beitrag zur jüdisch-arabischen Koexistenz und Verständigung;
- Geschichte, Gegenwart und Zukunft der deutsch-israelischen Beziehungen aus linker Perspektive (einschließlich Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Antisemitismus);
- Analyse der Politik der Europäischen Union in der Region und Entwicklung linker Alternativen;
- Umgang mit dem Islam und Verhältnis zum politischen Islamismus.
Regionale Zielgruppen und Partnerstrukturen sind sozial engagierte und friedensorientierte Organisationen der Zivilgesellschaft, Jugendliche und Frauen (insbesondere in marginalisierten Bevölkerungsteilen bzw. in peripheren Gebieten) sowie Gewerkschaften und gewerkschaftsnahe Bildungsvereine. Projekt- und Kooperationspartner sind auch Hochschulen, akademische und studentische Kreise, die einen Beitrag zur Belebung des linken akademischen Diskurses leisten.
Die Aktivitäten des RLS-Büros in Tel Aviv bewegen sich im Rahmen deutscher und israelischer Gesetzlichkeit. Sie umfassen vor allem drei Grundkomponenten:
Information über deutsche Geschichte, Kultur und Politik
Das RLS-Büro in Israel ist bemüht, einen Beitrag zur Entwicklung der deutsch-israelischen sowie israelisch-europäischen Beziehungen zu leisten. Im Mittelpunkt steht dabei der Dialog zwischen den Bürgern der betreffenden Staaten. Mit Hilfe akademischer Konferenzen, öffentlicher Diskussionsforen und spezifischer Workshops werden der israelischen Öffentlichkeit Informationen über historische sowie aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen in der Bundesrepublik und in Europa offeriert.
Kooperation mit lokalen NGOs
Ausgehend vom Eintreten der Rosa-Luxemburg-Stiftung für demokratische Werte, Solidarität und die friedliche Beilegung von Konflikten fördert ihr Israel-Büro in Kooperation mit lokalen zivilgesellschaftlichen Organisationen Projekte, die auf die Integration von Minderheiten, die Konfliktminimierung bzw. –prävention, die Stärkung sozial schwacher Schichten sowie die Zusammenarbeit jüdischer und arabischer Bürger des Landes abzielen. Vertragspartner in Israel sind vor allem Basisbewegungen und wissenschaftliche bzw. akademische Einrichtungen, die bestrebt sind, innergesellschaftliche Spannungen zu minimieren, Verständnis und Toleranz für den jeweils „anderen“ zu fördern sowie Stereotype abzubauen. Im Mittelpunkt stehen der jüdisch-arabische Dialog und die Förderung benachteiligter Bevölkerungsgruppen.
Verbreitung eines realistischen Israel-Bildes in Deutschland
Nach wie vor liegt der Holocaust als dunkler Schatten über den deutsch-israelischen Beziehungen. Dieser Tatsache darf sich die Rosa-Luxemburg-Stiftung nicht verschließen. Ihr Israel-Büro legt daher besonderen Wert auf den Dialog zwischen israelischen und deutschen Bürgern; sie setzt sich entschieden gegen jede Erscheinungsform des Antisemitismus ein. Darüber hinaus ist das RLS-Büro in Israel bemüht, der deutschen Öffentlichkeit die Komplexität der politischen und gesellschaftlichen Realität Israels sowie des israelisch-palästinensischen Konflikts verständlich zu machen.
